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Ein Haus voller Hoffnung – Mein erster Besuch im House of Hope Sansibar

– Reisebericht unserer Geschäftsführerin Jacqueline Pirkelbauer –

Vor kurzem war ich zum ersten Mal in unserem House of Hope auf Sansibar. Es war eine Erfahrung, die mich tief berührt hat. Jemand fragte mich später, ob dieser Besuch nicht sehr traurig gewesen sei. Schließlich leben dort Kinder, die schwer krank sind, manche mit ungewisser Zukunft. Doch meine Antwort war ganz klar: Nein. Es war kein trauriger Besuch.

Es war ein bewegender, hoffnungsvoller und unglaublich menschlicher Besuch.

Als ich das House of Hope verließ, umarmte ich Rwayda, die Hausmanagerin. Ich bedankte mich für die außergewöhnliche Arbeit, die sie und ihr Team jeden Tag leisten, und hatte Tränen in den Augen. Es waren Tränen der Rührung. Tränen darüber, wie viel Stärke, Lebensfreude und Würde Kinder ausstrahlen können.

Hier ist niemand alleine

Im House of Hope habe ich gesehen, wie Mütter, Mitarbeitende und Therapeutinnen und Therapeuten sich gegenseitig unterstützen, motivieren und auffangen. Dieses Haus ist wirklich genau das, was sein Name verspricht: ein Haus voller Hoffnung. Ein Ort, an dem Menschen, die verzweifelt waren, neue Perspektiven finden. Hoffnung darauf, dass ein Kind gesund werden kann. Hoffnung darauf, dass ein Kind vielleicht laufen lernt. Hoffnung darauf, dass ein Kind eines Tages zur Schule gehen kann. Vor allem aber finden die Familien hier etwas ganz Wichtiges: Sie sind nicht allein.

Rwayda ist das Herz dieses Hauses. Sie ist eine beeindruckende Frau: intelligent, effizient, empathisch, liebevoll – und voller Leidenschaft für ihre Arbeit. Rwayda ist selbst Mutter einer vierjährigen Tochter mit Hydrocephalus. Sie weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, ein Kind mit dieser Diagnose großzuziehen. Sie behandelt jedes Kind im House of Hope, als wäre es ihr eigenes und jede Mutter, als wäre sie Teil ihrer Familie.

Berührende Einzelschicksale

Natürlich habe ich auch viele der Kinder kennengelernt. Der kleine Anuar (links im Bild) zum Beispiel spricht noch nicht und lacht nicht viel, vermutlich hat er noch Schmerzen nach seiner Operation. Aber wenn man mit ihm spricht, huscht ein kleines Lächeln über sein Gesicht.

Ich habe auch eine Mutter kennengelernt, die bereits seit vier Monaten im Haus lebt, weil ihr Kind medizinisch noch nicht stabil ist und mehrfach operiert werden musste. Der Weg nach Hause wäre für sie viel zu weit – deshalb bleibt sie.

Eine andere Mutter ist erst 18 Jahre alt. Ihr Baby ist drei Monate alt. Sie kam aus dem Landesinneren nach Sansibar, weil die notwendigen Operationen dort, wo sie lebt, nicht kostenlos sind. Im Krankenhaus, welches in der Nähe des House of Hopes ist, erhalten die Kinder diese lebenswichtigen Operationen kostenfrei, ebenso die Physiotherapie, Betreuung und Begleitung durch das Team im House of Hope. Aber das alles sowie Medikamente, Verbandsmaterial und Essen müssen durch Spenden finanziert werden.

Ein kleines Mädchen namens Asfhaina hat mich besonders berührt.

Sie hat Spina bifida und kann nicht laufen. Sie wurde bereits zweimal operiert. Asfhaina ist neugierig, fröhlich und voller Lebenslust. Wir haben zusammen gemalt – zwei Katzen, einen Vogel und eine Sonne. Die Sonne hatte ein lachendes Gesicht, genau wie sie selbst. Ihre zweite Operation ist gut verlaufen, die Heilung schreitet voran, aber sie benötigt Medikamente, unter anderem wegen gelegentlicher Krampfanfälle.

Bewegung ist anstrengend für die Kinder – und sehr wichtig!

Besonders beeindruckt hat mich die Physiotherapie. Zwei Therapeuten arbeiten dort mit enormer Hingabe und Herzlichkeit. Sie wissen, wie wichtig Bewegung für die Kinder ist. Viele können nicht laufen, manche spüren ihre Beine oder Füße nicht. Die Therapie ist anstrengend, fordert Kraft und Durchhaltevermögen – und dennoch sind die Kinder voller Eifer. Ich erinnere mich an Machir (rechtes Bild), einen kleinen Jungen mit einem sehr großen Hydrocephalus. Aber auch mit einem riesigen Lebenswillen. Er wollte jede Übung ausprobieren und jedes Gerät nutzen.

Child-Help lässt diese Kinder und Familien nicht allein. Wir begleiten sie so lange, wie sie uns brauchen. Und das Wichtigste: Die Unterstützung wirkt nachhaltig. Kinder, die vor Jahrzehnten Hilfe erhalten haben, sind heute erwachsen, haben Berufe erlernt – manche arbeiten sogar bei Child-Help mit. 

All das ist nur möglich dank der unglaublichen Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender. Dank Menschen, die Hoffnung schenken – und damit Zukunft.

Hier können Sie unser House of Hope weiterhin unterstützen - Von Herzen Danke!